22.03.2014

Shopping Bulimie

Sicherlich ist mittlerweile jedem der Begriff Kaufsucht bekannt. Der eine oder andere leidet sicherlich auch darunter. Unter dem unkontrollierbaren Zwang immer mehr und mehr zu kaufen, da alleine schon das Gefühl gleich etwas neues noch schöneres zu besitzen ein prikelndes Gefühl auslöst.
Doch vor kurzem bin ich über einen für mich neuen Begriff gestolpert. Shopping Bulimie.
Eigentlich wird das Wort Bulimie ja von dem richtigen Namen Bulimia Nervosa abgeleitet und beinhaltet die Ess-Brech-Sucht. Also eine Essstörung bei der die betroffene Person erst etwas isst und kurz darauf das gegessene wieder erbricht. Und was hat das ganze jetzt mit Shopping zu tun?

Es gibt wohl eine neue Sucht bei der die betroffenen Personen gerade in Online Shops meist unmengen an neuen Kleidungsstücken bestellen, anprobieren, vor dem Spiegel posieren und das ein oder andere Foto machen um dieses dann anschließend auf irgendeiner Plattform zu posten.
Meist werden von den sowieso zu viel bestellten Teilen maximal ein bis zwei Stücke behalten, der Rest wird zurück geschickt. Dank Zalando und co. kostenlos, da diese die Versandkosten tragen.
Tatsächlich kann dieses Verhalten oder 'Krankheit' gerade die kleineren Onlineshops in den finanziellen Ruin treiben, da die Kosten für den Rückversand und der Gewinn der tatsächlich verkauften Teile in keinem Verhältnis mehr stehen.

Ein weiteres Phänomen ist mir vor kurzem sowohl in Facebook als auch in der Blogger Gemeinde aufgefallen:
Es werden sich lang ersehnte Kleidungsstücke aus dem Ausland bestellt, diese werden ein maximal zwei mal getragen also 'präsentiert' und natürlich wird noch ein Outfit Bildchen geschossen. Eine Woche später will man das Kleidungsstück dann wieder los werden.
Auch kann ich mir gut vorstellen das Läden wie Primark mit der Niedrigpreispolitik ebenfalls zu diesem 'Ess-Brech' Verhalten beiträgt.
Es tut dem Geldbeutel ja nicht weh wenn man die Kleidungsstücke die zwischen 3-10 € gekostet haben, nachher doch nicht so toll findet oder nicht trägt und dann anschließen wieder bei Plattformen wie z.B. Kleiderkreisel oder Facebook verkauft. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem gezielten Anbieten von überteuerter Primarkkleidung auf Kleiderkreisel oder Ebay.